Definition und Hintergrund
Der Begriff „autosexuell“ leitet sich vom griechischen Wort autós (für „selbst“) ab. Er beschreibt Personen, deren sexuelles Begehren und deren Erotik auf den eigenen Körper und die eigene Person gerichtet sind. Autosexualität ist eine valide sexuelle Orientierung. Für autosexuelle Menschen ist die Intimität mit sich selbst kein bloßer Ersatz für mangelnde Partnerschaften, sondern die erfüllendste Form der Sexualität. Viele Identitäten in diesem Spektrum überschneiden sich mit dem asexuellen Spektrum (Aspec), da die Anziehung zu anderen Personen oft gering ausgeprägt ist oder komplett fehlt.
Bedeutung der Farben und Symbole
Das Design der Flagge in Autosexuell.png besticht durch eine bewusste, zweiteilige Schlichtheit:
- Hellblau: Symbolisiert die Klarheit der eigenen Identität, die Freiheit der Selbstwahrnehmung sowie den inneren Frieden und die Ruhe, die in der autarken Sexualität gefunden werden.
- Grau: Repräsentiert die Verortung auf dem grausexuellen bzw. asexuellen Spektrum. Es steht für den Übergangsbereich und die Erkenntnis, dass sexuelle Anziehung nicht zwingend auf eine andere Person gerichtet sein muss.
Symbolik und Stellenwert
Die Autosexuell-Flagge bricht radikal mit dem gesellschaftlichen Dogma der Allosexualität, welches besagt, dass sexuelle Erfüllung immer ein Gegenüber erfordert. Sie entstigmatisiert die sexuelle Beziehung zu sich selbst und befreit sie vom Vorurteil des reinen „Narzissmus“. Die Flagge zeigt auf stolze Weise, dass die Verbindung zum eigenen Ich die stabilste und wichtigste sexuelle Basis im Leben sein kann.
Verbreitung
Als Teil des erweiterten ace-Spektrums gewinnt die Autosexuell-Flagge vor allem im digitalen Raum und auf progressiven CSD-Veranstaltungen an Sichtbarkeit. Sie hilft dabei, Aufklärungsarbeit über die Vielfalt menschlichen Begehrens zu leisten.